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Neues aus dem Rathaus

Block 1 des EnBW-Heizkraftwerks Altbach/Deizisau soll stillgelegt werden

Bereits seit längerem wurde über die Wirtschaftlichkeit von einzelnen Blöcken in den Kraftwerken der EnBW spekuliert. Am letzten Donnerstag wurden Bürgermeister Benignus und sein Deizisauer Kollege Matrohs von Vertretern der EnBW über die geplante Stilllegung von HKW 1 (Markung Deizisau, links auf dem Bild) informiert.

Auf Nachfrage der Bürgermeister wurde bestätigt, dass der Beschluss des Vorstandes, die Stilllegung zu beantragen, noch vom Aufsichtsrat bestätigt werden muss und dann der Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW überprüfen muss, ob HKW 1 „systemrelevant“ ist. Die abschließende Entscheidung der Bundesnetzagentur wird in wenigen Monaten erwartet.

 „Sobald diese vorliegt, wird die geplante Außerbetriebnahme bei der Bundesnetzagentur und dem zuständigen Übertragungsnetzbetreiber angezeigt werden“, sagt Georg Stamatelopoulos, Leiter der Geschäftseinheit Erzeugung Betrieb. Nach Prüfung einer möglichen Systemrelevanz wird dort entschieden, ob dem Stilllegungsantrag stattgegeben wird oder der Kraftwerksblock unter die Netzreserveverordnung fällt.
Das Heizkraftwerk 1 des Kraftwerks Altbach/Deizisau  ist ein Steinkohlekraftwerk und ging 1985 in Betrieb. Der Block hat eine elektrische Leistung von 434 Megawatt und kann bis zu 280 Megawatt Fernwärme auskoppeln. Seit 2013 hat die EnBW nunmehr insgesamt neun konventionelle Kraftwerksblöcke zur Stilllegung angemeldet. Sieben dieser Anlagen wurden bereits als systemrelevant eingestuft und mit ihrer Gesamtleistung von 920 MW in die Netzreserveverordnung überführt. Diese Anlagen sind also erforderlich, um etwa in Engpasssituationen die Versorgungssicherheit im Land zu gewährleisten.
Die Belegschaft am Standort Altbach wurde am vergangenen Freitag im Rahmen einer Informationsveranstaltung über die geplante Außerbetriebnahme informiert. Für den Fall von Kraftwerksstilllegungen wurden bereits in den Jahren 2013 und 2014 Eckpunkte zur Beschäftigungssicherung mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart, die im Falle einer endgültigen Stilllegung für die 70 betroffenen Mitarbeiter am Standort Altbach zur Anwendung kommen.

„Für die Fernwärmeversorgung hat die Stilllegung keine Konsequenzen, da mit den anderen Anlagen am Standort und im Fernwärmeverbund Mittlerer Neckar  jederzeit ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stehen“, betont Georg Stamatelopoulos. „Ein wichtiger Baustein zur Absicherung in diesem Verbund wird künftig das gasbetriebene Heizkraftwerk in Stuttgart-Gaisburg sein, dessen Neubau in Kürze beginnt.“
„Wir sind froh, dass es für die 70 betroffenen Mitarbeiter zu keinen Kündigungen kommt und die Fernwärmeversorgung gesichert bleibt“ meinte Bürgermeister Benignus.


Am Standort Altbach/Deizisau befindet sich neben dem Heizkraftwerk 1 noch ein zweites Heizkraftwerk sowie drei Gasturbinen. Ein Gas-Öl-Kombiblock am Standort ist bereits in Kaltreserve, das heißt, er ist faktisch stillgelegt. Das Heizkraftwerk 2 sowie die Gasturbinen sind von dem aktuellen Außerbetriebnahmebeschluss nicht betroffen. Allerdings werden auch diese Blöcke ebenso wie das gesamte konventionelle Erzeugungsportfolio regelmäßig auf Wirtschaftlichkeit überprüft.
 

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